Akademieprojekt "Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)"

Langzeitprojekt der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen:

Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)
Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde

Das Forschungsprojekt untersucht aus sozial- und wirtschafts-, kultur- und kunsthistorischer Perspektive die Interaktion zwischen Bürgertum und Hofgesellschaft im städtischen Raum

Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen hat im November 2011 die Bewilligung für ein neues kulturwissenschaftliches Langzeitforschungsprojekt erhalten, an dessen Antragstellung und Leitung auch Prof. Dr. Matthias Müller, Institut für Kunstgeschichte der Universität Mainz, beteiligt ist. Weitere Antragsteller und Projektleiter sind die Kieler Historiker Prof. Dr. Gerhard Fouquet, Prof. Dr. Olaf Mörke und Prof. Dr. Werner Paravicini.
Das ab Januar 2012 für eine Laufzeit von 14 Jahren und mit einem Gesamtvolumen von 5,8 Millionen Euro bewilligte Projekt trägt den Titel "Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800) - Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde" und wurde auf Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) in das Akademienprogramm der acht deutschen Wissenschaftsakademien aufgenommen. Es untersucht für die Zeit vom späten Mittelalter bis zur Neuzeit aus sozial-, wirtschafts-, kultur- und kunsthistorischer Perspektive die Interaktion zwischen Bürgertum und Hofgesellschaft im städtischen Raum. Ziel ist es, die Stadt- und Urbanisierungsgeschichte der Vormoderne in erheblichem Umfang auf neue Grundlagen zu stellen. Das Gesamtprojekt ist an der Christian Albrechts-Universität Kiel angesiedelt. Für mehrere Mitarbeiter der Kieler Arbeitsstelle übernimmt Prof. Dr. Matthias Müller am Institut für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die fachliche Betreuung. Das Akademienprogramm ist das größte deutsche Forschungsprogramm in den Geisteswissenschaften, das von Bund und Ländern gemeinsam finanziert wird.

Das Thema des Forschungsprojekts
Inhaltlich wendet sich das Forschungsprojekt in einem umfassenden Zugriff der Erforschung von spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Residenzstädten zu, die zwischen dem 14. und dem frühen 19. Jahrhundert ein wichtiges Element der europäischen Urbanisierungsprozesse, der Verklammerung städtischer und adlig-höfischer Lebensformen, der Entfaltung feudaler Herrschaft und vormoderner Staatlichkeit bildeten.
Für den methodischen Ansatz des Projekts grundlegend sind zum einen die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Verfassungsgeschichte und Kunstgeschichte als besonderer, in einem übergreifenden Sinn sozial- und kulturgeschichtlich orientierter Forschungsmodus; zum anderen die bislang kaum geleistete Berücksichtigung der quantitativ dominierenden kleinen Verhältnisse außerhalb der großen Residenzstädte; zum dritten als zentrale forschungsleitende These die Beobachtung eines langdauernden Verhältnisses konkurrierender Komplementarität und Integration von höfischer und stadtbürgerlicher Kultur. Der Untersuchungsraum wird durch die Grenzen des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Reiches bestimmt, die das Projekt in eine genuin europäische Perspektive rücken.
Ziel des neuen Forschungsprojektes der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen ist die Erarbeitung eines mehrbändigen analytisch-systematischen Handbuchs, das auch online zur Verfügung stehen wird. Neben dem Handbuch sind weitere Publikationen, Tagungen und die Einbindung projektbezogener Dissertationen sowie Habilitationen geplant, die sich im Laufe des Projektes thematisch ergeben.

Informationen zu dem internationalen Symposium, das im September 2016 in Mainz stattfand, finden Sie hier.

Zu weiteren Informationen siehe die Homepage des Projektes:
http://adw-goe.de/forschung/forschungsprojekte-akademienprogramm/residenzstaedte/

Leitungskommission für das Projekt:
Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard Fouquet, Kiel (Kommissionsvorsitzender)
Prof. Dr. Werner Paravicini, Kiel (stellv. Kommissionsvorsitzender)
Prof. Dr. Wolfgang Adam, Osnabrück
Prof. Dr. Stephan Hoppe, München
Prof. Dr. Olaf Mörke, Kiel
Prof. Dr. Matthias Müller, Mainz (Leiter der Dienststelle Mainz)
Prof. Dr. Konrad A. Ottenheym, Utrecht
Prof. Dr. Harriet Rudolph. Regensburg
Prof. Dr. Martina Stercken, Zürich

Mitarbeiter der Arbeitsstelle Kiel:
Prof. Dr. Jan Hirschbiegel (wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstellenleiter)
Dr. Sven Rabeler (wiss. Mitarbeiter)
Prof. Dr. Harm von Seggern (wiss. Mitarbeiter)
Johanna Rödger M.A. (Doktorandin)

Mitarbeiter der Arbeitsstelle Kiel / Dienststelle Mainz
Dr. Sascha Winter (wiss. Projektmitarbeiter)
Joachim Forderer M.A. (Doktorand)
Pia Oehler M.A. (Trainee)
Felix Tauber B.A. (stud. Hilfskraft)

Ehemalige Mitarbeiter der Arbeitsstelle Kiel / Dienststelle Mainz:
Pascal Andresen M.A., Kiel
Manuel Becker M.A., Kiel
Dr. Melanie Ehler, Mainz
Dr. Julia Ellermann (geb. Brenneisen), Kiel
Ruth Hansmann M.A., Mainz
Lisa Illing M.A., Mainz
Christian Katschmanowski M.A., Mainz
Mrija Piorr M.A., Kiel

Anschriften und Kontaktdaten:

Arbeitsstelle Kiel:
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Projekt "Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)"
Arbeitsstelle Kiel
c/o Christian-Albrechts-Universität zu Kiel - Philosophische Fakultät
Historisches Seminar - Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Olshausenstr. 40
24098 Kiel (Briefe)
24118 Kiel (Päckchen)
Tel/AB: ++ (0) 431 / 880-1484
Fax: ++ (0) 431 / 880-1524

Dienststelle Mainz:
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
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Arbeitsstelle Kiel / Dienststelle Mainz
c/o Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft
Georg Forster-Gebäude
Jakob-Welder-Weg 12
55128 Mainz
Tel: ++ (0) 6131 / 39-32 89 5 (Projektmitarbeiter)
Tel: ++ (0) 6131 / 39 32 258 (Institutssekretariat)
Fax: ++ (0)6131 / 39-30136