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Zwischenräume - Leerstellen, Brüche und Diskontinuitäten in Kunst, Musik und Literatur 

Interdisziplinärer Studientag, 27. April 2019, 13 bis 19 Uhr

im Hörsaal 02.521 des Georg Forster-Gebäudes, Jakob-Welder-Weg 12 , JGU Mainz

Zum Programm

Nachdem in den letzten Jahren das Phänomen der „Passagen“, der ständigen Übergängigkeit von Ereignissen und der Verdichtung temporärer Prozesse, neue Aktualität erfahren hat, ist im Anschluss daran die Frage virulent geworden, was innerhalb der Punkte des Übergangs bzw. der Verdichtung geschieht oder nicht geschieht.

Ein Zwischenraum markiert auf mehreren Ebenen ein „Dazwischen“: zwischen greifbaren, sichtbaren oder hörbaren Dingen liegt er oftmals vage, opak und leer, und kann in einem räumlichen als auch zeitlichen Sinn begriffen werden. Er wird als eine Leerstelle, ein Transitbereich, ein Nicht-Ort definiert, in dem Relationen, Geschichte und Identität praktisch nicht existieren. Bereits Michel Foucault geht von anderen Räumen – sogenannten Heterotopien – aus, welche als wirkliche und wirksame Orte gesellschaftliche Verhältnisse reflektieren, negieren und auch umkehren können.

Diesem Thema gilt der Studientag „Zwischenräume – Leerstellen, Brüche und Diskontinuitäten in Kunst, Musik und Literatur“, der vom Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Universität Mainz in Kooperation mit dem Institut für Musikforschung der Universität Würzburg organisiert ist. Er dient dazu, Dichotomien und Hybride als auch Leerstellen und Diskontinuitäten in Konzepten künstlerischer, musikalischer und literarischer Art zu erkunden. Es soll untersucht werden, inwiefern verschiedene Formen von Devianzen Zwischenräume entstehen lassen und welche Verfahren von Sichtbarmachung solcher Unorte es gibt bzw. wie die Konzepte interdisziplinäre Anwendung finden können.

 

Öffentliches Vortragsprogramm im Wintersemester 2018/19

Alle Vorträge finden, sofern nicht anders angegeben, um 18:15 Uhr im Hörsaal 02.521 des Georg-Forster-Gebäudes statt.

 

31. Oktober
Semestereröffnung

15. November
Studientag mit Beiträgen von Promovierenden des Instituts, ab 12:15 Uhr, Fakultätssaal Philosophicum
Konstellation Kunst. Zwischenberichte der Abteilung Kunstgeschichte

28. November
Dr. Sabine Feist (Halle)
Neues zu den Dunkeln Jahrhunderten

5. Dezember (Begleitend zur Ausstellung Spuren|suche, Schule des Sehens)
Dr. Nikola Doll (Bern)
Denkmodelle und Praxisfelder deutscher Kunstgeschichte im besetzten Frankreich (1940 bis 1944)

12. Dezember (Begleitend zur Ausstellung Spuren|suche, Schule des Sehens)
PD Dr. Iris Grötecke
Alfred Stange in Bonn: Wissenschaftsstrategien und Forschungsinteressen zwischen 1935 und 1945

9. Januar (Begleitend zur Ausstellung Spuren|suche, Schule des Sehens)
Esther Heyer M.A. (Brauweiler/München)
Kunstschutz und Karriere: Franziskus Graf Wolff Metternich und Kunsthistoriker-Kollegen beim deutschen militärischen Kunstschutz in Frankreich während des Zweiten Weltkrieges

16. Januar
Prof. Dr. Stephan Hoppe (München)
Höfische Kunst in Mainz nach Gutenberg. Die Werkstatt des Erhard Reuwich aus Utrecht und ihr intellektuelles Umfeld

17. Januar
Workshop mit Prof. Dr. Stephan Hoppe (München) und Prof. Dr. Matthias Müller (Mainz), 10:00 bis 13:00 Uhr, Philosophicum, P107
Kunst und Frühhumanismus. Künstler- und Gelehrtennetzwerke im 15. Jahrhundert nördlich der Alpen

24. Januar (Begleitend zum Studientag: Ausstellungsdisplays im Vergleich)
Abendvortrag Nike Bätzner (Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Halle)
Assoziationsraum Wunderkammer – ein Feld für transkulturelle Denk- und Handlungsräume,
18.15 Uhr in der Schule des Sehens

28. Januar
Jahresvortrag des Instituts für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft
Prof. Dr. Thomas Schmidt (Manchester)
Mit Auge, Ohr und Hand: Multisensorisches Lesen illuminierter Musikhandschriften um 1500

30. Januar (Begleitend zur Ausstellung Spuren|suche, Schule des Sehens)
Emily Löffler M.A. (Mainz)
Im Spannungsfeld von Kunstgeschichte und Politik – Französische und amerikanische Kunstrestitutionen nach 1945

6. Februar
Dr. des. Lukas Fuchsgruber (Berlin)
Eine Drehscheibe der Kunstwelt: Die Gründung des Auktionshauses Hotel Drouot und der Kunstmarkt im Paris des 19. Jahrhunderts

7. Februar
Prof. Dr. Achim Arbeiter (Göttingen)
"Das Madrider Theodosiusmissorium - so eloquent, so verschwiegen"

 


Interdisziplinäre Ringvorlesung im Wintersemester 2018/19: Grenzgänger

In Deutschland oder Frankreich aufgewachsen und sozialisiert haben sie die Grenze zwischen den Sprach- und Kulturräumen mehrfach überschritten. Bei jedem Grenzübertritt haben sie etwas von dem, was sie in einem der Räume aufgenommen haben in den anderen hinübergetragen, unbewusst oder bewusst. Jenen Akteuren des kulturellen Austauschs widmet sich im Wintersemester 2018/19 die interdisziplinäre Ringvorlesung Grenzgänger. Figuren des deutsch-französischen Kulturtransfers. Die Veranstaltungsreihe des Forums Interkulturelle Frankreichforschung (FIFF) und des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs Mainz-Dijon (DFDK) wird in Kooperation mit dem Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS) sowie dem Institut Français wöchentlich ausgerichtet und steht allen Interessierten offen.

Die Ringvorlesung stellt einige bedeutende Persönlichkeiten des deutsch-französischen Kulturaustauschs vor und fragt, inwiefern sie zur Ausbildung eines gemeinsamen europäischen Kulturbewusstseins beigetragen haben. Auf welche Weise haben sie in ihrem Werk Anregungen von jenseits des Rheins aufgegriffen und produktiv werden lassen? In welchem Maß haben sie selbst auf die Nachbarkultur verändernd gewirkt? Inwiefern ist der von ihnen vollzogene Transfer von Ideen, Konzepten, und Verfahren über die Ländergrenze hinweg für die jeweils betroffenen Disziplinen oder Diskurse bedeutsam geworden?

Die Veranstaltungen finden vom 23. Oktober bis zum 12. Februar dienstags um 18 Uhr c.t. auf dem Campus, Georg Forster-Gebäude, Jakob-Welder-Weg 12, im Hörsaal 02.521 statt.

Für die Konzeption sind Winfried Eckel (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft) und Gregor Wedekind (Kunstgeschichte) verantwortlich.

Programm

Bitte beachten Sie: Das Gespräch mit Werner Spies und Andreas Platthaus am 12. Februar muss leider entfallen.

 


 

Ausstellung in der Schule des Sehens

5. Dez. 2018 bis 31. Jan. 2019

Exlibris, Stempel, Etiketten, Annotationen, Bleistiftskizzen, Signaturen, handschriftliche Besitzvermerke, Widmungen ...
Diese und andere Spuren in und auf Objekten dienen der Provenienzforschung als wichtige Informationsquelle. Sie helfen bei der Identifizierung von Vorbesitzern, geben Hinweise auf die ursprünglichen Aufbewahrungsorte, erlauben Rückschlüsse hinsichtlich ihrer Verwendung und tragen somit zur Rekonstruktion der Provenienz bei.

Die Ausstellung Spuren|suche gibt anhand ausgewählter Bücher und ihrer Provenienzmerkmale einen Einblick in das Forschungsprojekt „Die Provenienz des Mainzer Buchbestandes aus der ehemaligen Kunsthistorischen Forschungsstätte Paris (1942 - 44)“. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen dabei die Rekonstruktion der Überführung der Publikationen nach Mainz, ihre problematische „Beschaffung“ in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und Frankreich sowie die Funktion der Bibliothek der Kunsthistorischen Forschungsstätte im Kontext des organisierten, verfolgungsbedingten Kunstraubes während der Okkupation stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Bitte beachten Sie den zusätzlichen Vortrag:

Mittwoch, 6. Februar 2019, 18:15 Uhr, GFG, Hörsaal 02.521
Dr. des. Lukas Fuchsgruber (Berlin)
Eine Drehscheibe der Kunstwelt: Die Gründung des Auktionshauses Hotel Drouot und der Kunstmarkt im Paris des 19. Jahrhunderts

Programm