Katharina Täschner M.A.

Lehr- und Forschungsschwerpunkte

Bildkünste des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere Frankreich und Amerika; Geschichte und Theorie der Fotografie; Materialästhetik des Fotografischen; Skulpturfotografie; Parisfotografie der Zwischenkriegsjahre.

 

Akademischer Lebenslauf

2010 bis 2016 Studium der Kunstgeschichte und Anglistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie der Université Paris-Sorbonne (Paris IV). Währenddessen wissenschaftliche Hilfskraft für Prof. Dr. Gregor Wedekind und Tutorin am Institut für Kunstgeschichte. 2014 bis 2016 Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 2013 Bachelorabschluss mit einer Arbeit zu Bruce Naumans Erfahrungsarchitekturen, 2016 Masterabschluss mit der Arbeit „Steichen. Rodin. Materialästhetische Entgrenzungen und inszeniertes Künstlertum im Zusammenspiel von Fotografie und Skulptur“. Im Sommersemester 2017 Lehrbeauftrage für das inneruniversitäre Ausstellungsprojekt „INTER.VIEW – Perspektiven auf aktuelle Fotografie im Senegal und in Mali“, anschließend von Oktober 2017 bis April 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Oktober 2017 Mitglied im Deutsch-Französischen Doktorandenkolleg Mainz-Dijon. Von Mai 2019 bis April 2021 zudem Stipendiatin der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung im Programm „Museumskuratoren für Fotografie“ mit Stationen am Museum Folkwang, dem Fotomuseum Winterthur und dem Fotomuseum München.

 

Dissertationsprojekt

Die Metropole im Print.
Fotografie und Bildpublizistik im Paris der Zwischenkriegsjahre (Arbeitstitel)

betreut durch Prof. Dr. Gregor Wedekind (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) und Prof. Dr. Steffen Siegel (Folkwang Universität der Künste, Essen)

 

Über die Dauer der 1920er und 30er Jahre hinweg veröffentlichen emigrierte Fotografinnen und Fotografen wie Germaine Krull, André Kertész, Eli Lotar, Brassaï oder Ilse Bing hunderte von Fotografien. Ihre Bilder begleiten Artikel und literarische Texte; sie erscheinen als zusammenhängende Fotoreportagen, als textunabhängige Trouvaillen sowie thematisch verdichtet im Format des Fotobuchs. Diesem umfangreichen, durchaus heterogenen Material nähert sich das Promotionsprojekt in zwei Schritten an: Während zunächst für ein erweitertes Verständnis der Bildpublizistik im Sinne eines eigenwertigen Bestandteils fotografischer Praxis plädiert wird, interessiert im Folgenden die Rolle jener Fotografien im Prozess einer dezidiert durch die Printmedien vorangetriebenen ideengeschichtlichen Konstruktion der Metropole Paris. Anhand der Analyse einschlägiger Pariser Motive zielt die Untersuchung damit auf eine Verschränkung produktions- und rezeptionsästhetischer Fragestellungen, die neben der Ausprägung fotografischer Netzwerke auch ikonografische wie medienästhetische Setzungen in den Blick nehmen. Auf diesem Wege dient die historisch signifikante Parallele einer expandierenden Medienlandschaft auf der einen und den selbstreflexiven Vorstößen einer hoch produktiven, internationalen Fotografieszene auf der anderen Seite als Ausgangspunkt, um den in der Kunstgeschichte lange vernachlässigten Print auch neben der Galerie als einen vollwertigen Rezeptionsraum der Fotografie verstehen zu lernen.

 

Vorträge

  • „Photographs, Circulations, and the City: Publishing Practices in Inter-War Paris“, Ringvorlesung "Under Construction. Young Humanities at Work", Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Januar 2019.
  • „Germaine Krulls Fotografien der Pariser Clochards – Publikationsetappen einer Bildreportage“, Nachwuchsstudientag "Konstellation Kunst. Zwischenberichte der Abteilung Kunstgeschichte", Johannes Gutenberg-Universität Mainz, November 2018.
  • „Who keeps track of magazines? Approaching French inter-war photography via printed matter“, Jahrestagung „Material Practices of Visual History“, Photographic History Research Centre, De Montfort University Leicester, Juni 2018.
  • „Steichen fotografiert Rodin. Über materialästhetische Entgrenzungen und künstlerische Selbstkonzeptionen im Zusammenspiel von Fotografie und Skulptur“, Studientage „Faktizität und Gebrauch früher Fotografie“, Fototheken der Bibliotheca Hertziana & des Deutschen Archäologischen Instituts Rom, März 2017. (Tagungsbericht)
  • „Der Zoo als ‚surreales Disneyland’ – Zu Garry Winogrands The Animals“, Studientag „Bilder vom Tier – Chiffre, Metapher, Symbol“, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Januar 2017.

 

Publikationen

  • [gemeinsam mit Laura Domes, Laura Gvenetadze und Christopher Nixon] Tagungsbericht zu „Sublimation – Mind, Matter, Concept in Art after Modernism, in: ArtHist.net, 24.5.2018.
  • „Von Projektionen und Reflexionen. Über die Möglichkeiten des Reisens in der zeitgenössischen Kunst“, einleitender Essay zum Ausstellungskatalog „this is a journey to…“, hg. von Lisa Weber und Clara Wörsdörfer, Venedig, Caos Art Gallery, Mainz 2017, S. 1–6.
  • [gemeinsam mit Friederike Oberkrome] „Ein Nazarener? Johann Baptist Schraudolph und die Speyerer Domfresken. Internationales wissenschaftliches Symposium der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“, in: Das Münster, Bd. 67, Nr. 2, 2014, S. 161–163.

 

Workshops, Kolloquien und Forschungsaufenthalte

  • Konzeption und Organisation des Nachwuchsstudientages "Konstellation Kunst. Zwischenberichte der Abteilung Kunstgeschichte", Johannes Gutenberg-Universität Mainz, November 2018.
  • Teilnahme und Projektvorstellung innerhalb des internationalen Forschungsateliers „Paris – Haut-lieu urbain, institutionel et artistique de la photographie“, Paris, Deutsches Forum für Kunstgeschichte, Juli 2017.
  • Einmonatiger Forschungsaufenthalt an der Bibliothèque nationale de France, gefördert durch das Gutenberg Nachwuchskolleg, Mai bis Juni 2017.
  • Beteiligung am Frühjahrskurs „Questions de techniques en histoire de l’art“, Paris, Deutsches Forum für Kunstgeschichte, April 2016.
  • Einladung zum 5. Festival de l’histoire de l’art unter dem Sonderthema „La matière de l’œuvre“ im Rahmen der Rencontres internationales d’étudiants en histoire de l’art, Fontainebleau, Mai 2015.