Clara Wörsdörfer M.A.

Clara Wörsdörfer M.A.

Lehr- und Forschungsschwerpunkte

Bildkünste vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart; Adolph Menzel; Allan Kaprow; handlungsorientierte, experimentelle Kunst der 1970er Jahre; Partizipation in der zeitgenössischen Kunst; Theorien der Gegenwartskunst; Kunst und Sozialität

 

 

Akademischer Lebenslauf

2006 bis 2012 Magisterstudium der Kunstgeschichte, Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und Germanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Wien. Wissenschaftliche Hilfskraft bei Univ.-Prof. Dr. Matthias Müller (Kunstgeschichte) und Dr. Johannes Ullmaier (Deutsches Institut). 2007/2008 Assistentin bei Veranstaltungen im Künstlerhaus Edenkoben der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur (Poesie der Nachbarn Slowenien, Deutsch-Chinesische Werkstatt für Literaturübersetzer). 2010/ 2011 Kunstvermittlerin im Frankfurter Kunstverein und Kuratorin von vier Ausstellungen im Projektraum „Werkstatt Strunkgasse“. Februar bis September 2011 kuratorische Assistentin an der Schirn Kunsthalle Frankfurt. 2006 bis 2012 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 2013 Magisterabschluss mit der Arbeit „Die Präsenz der Geschichte als Präsenz der Toten. Adolph Menzels Zeichnungen aus der Berliner Garnisongruft“ (Erstgutachter: Univ.-Prof. Dr. Gregor Wedekind). Seit WS 2013/2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Projektkoordinatorin des 33. Deutschen Kunsthistorikertages 2015 „Der Wert der Kunst“. Im März 2016 als Guest Researcher am Getty Research Institute, Los Angeles, gefördert von der Inneruniversitären Forschungsförderung. Seit Juni 2016 Mitglied im Leitungsgremium des Gutenberg Nachwuchskollegs. Seit April 2017 Juniormitglied der Gutenbergakademie. Alumni- und Pressebeauftragte der Abteilung Kunstgeschichte des IKM.

 

Dissertationsprojekt

Intimität und Sozialität in der Kunst der 1970er-Jahre: Allan Kaprows Activities (Arbeitstitel), Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Gregor Wedekind, Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Abstract: Das Promotionsvorhaben widmet sich den bislang nicht erforschten ‚Activities’ des amerikanischen Künstlers Allan Kaprow (1927–2006) aus den 1970er-Jahren. Untersucht wird, inwiefern mit diesen komplexen Handlungsübungen für Duos und Paare die Verschränkung von Intimität und Sozialität gleichermaßen performativ erprobt wie reflektiert wird. Mit den Activities, so die These, entwickelte Kaprow ein neues Format, mit dem gerade die wechselseitige Bedingtheit von ‚lebenshafter’ Kunst und ‚künstlichem’ Leben performativ ausgetestet werden konnte. In einer Wendung des gängigen Narrativs von der Entgrenzung der Künste fokussiert das Projekt in diesem Sinne anhand der Activities ästhetische Prozesse, die auf ein Formen des alltäglichen Handelns abzielen, flüchtige Figurationen momentweise anschaubar machen und mit denen schließlich individuelle Lebensvollzüge als eingebettet in soziale Strukturen eingeübt werden. In den Blick kommen dabei Praktiken des Übens, der Selbstbeobachtung und der Verbalisierung psychischer Vorgänge sowie die Rolle des Apparats als Mitspieler, Beobachter, Kontrollinstanz in künstlerischen Experimentalanordnungen. Im Rahmen der Promotion wird bislang unveröffentlichtes Archivmaterial aufgearbeitet und analysiert.

Vorträge

  • „Useful Fictions. Anleitung und Übung in Allan Kaprows Werken der 1970er-Jahre, Workshop „Handlungsakte. Mediale Formen von Anleitungen in den Künsten”, Universität Bielefeld, Arbeitsbereich für Historische Bildwissenschaft/Kunstgeschichte, November 2018.
  • „relational specifics, Öffentliches Kolloquium „Interlace the Interspace. Kunst in der Stadt, Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft (IKM), Universität Mainz, Hörsaal im Rathaus der Stadt Mainz, April 2018.
  • Partiturenpoesie oder Gebrauchsprosa. Allan Kaprows Handlungsübungen, Vortragsreihe "Fluxus im Kontext", Museum für Gegenwartskunst Siegen in Kooperation mit dem Labor Neue Kunst, Lehrstuhl Kunstgeschichte der Universität Siegen, Dezember 2017.
  • „until both by chance say now at once – Collective Action and Sociated Individuals in the work of Allan Kaprow, Studienkurs im Warburg-Haus, Forming Collectives: Strategies in Modern and Contemporary Art“, Hamburg, Oktober 2017.
  • From neo to now. Allan Kaprow’s Exercises in Simultaneity, XIth International IAWIS/AIERTI Conference, Images & Texts Reproduced, Universität Lausanne, Juli 2017.
  • Negotiating Materiality through the Use of Elusive Materials in 1960s Art Practice, gemeinsam mit Dr. Christian Berger, Internationales Symposium The Refuge of Objects/ Objects of Refuge, Obama Institute, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Dezember 2016.
  • „Zeugen & Requisiten. Dinge bei Menzel und Kleist“, Interdisziplinäre Tagung der Adolph Menzel Gesellschaft und des Kleist-Museums: Brücken zu Menzels Illustrationswerk, Frankfurt (Oder), April 2016.
  • „Selbstversuche in der Kunst der 70er-Jahre, Kolloquium der Nachwuchswissenschaftlerinnen der Abteilung Kunstgeschichte „Versuchsanordnungen. Kunst und Experiment“, JGU Mainz, November 2015.
  • „Carefully watching positions held. Allan Kaprows Activities“, eikones Summer School 2015: figuration. Szenarien des Übergangs, Basel, September 2015.
  • „Nabelschau im Spiegelkabinett. Sehen als Beobachtung in Allan Kaprows Activities“, XIII. Internationale Frühjahrsakademie des Internationalen Netzwerks für Kunstgeschichte zum Thema Voir/Vision/Visione/Sehen, Eichstätt, Mai 2015.
  • „Adam Karrillon. Vergebliche Brandung der Ferne“, Klub Irrko Space Night, Wien, Oktober 2014.
  • „Den Prozess in Form bringen. Strategien der Partizipation in der zeitgenössischen Kunst, Kolloquium „Begegnungsräume – Konfliktfelder? Kunst, Gesellschaft, Öffentlichkeit”, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, November 2013.
  • „Bipolar Sphere“, Eröffnungsrede zur gleichnamigen Ausstellung von Lisa Weber und Markus Walenzyk im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden, August 2013.
  • „Move simply“, Laudatio zur Verleihung des Förderpreises der Stadt Mainz für Bildende Kunst an Erik Schmelz, Dezember 2011.
  • „Großmeister der Täuschung. Sven Johnes Nachrichten aus den Grenzgebieten des Sichtbaren“, 79. Kunsthistorischer Studierendenkongress, Bochum, November 2010.

 

Texte, Redaktionelle Mitarbeit

  • „Rezension von: Bernhard Schieder, Alltägliche Wirklichkeit als (temporäre) Kunst. Zur Neugestaltung der Beziehung zwischen Kunst und Leben bei Rauschenberg, Kaprow und Oldenburg, Berlin 2015“, in: sehepunkte 16 (2016), Nr. 10 [15.10.2016]. URL: http://www.sehepunkte.de/2016/10/28699.html
  • „You Like It, It Likes You! Dinge und Menschen in der Kunst von Adolph Menzel bis zu den Transatlantics“, in: Thingness, hg. von Nina Nowak und Gaby Peters, Ausst.-Kat. Dortmund, Künstlerhaus, 2016.

(engl. Version) „You Like It, It Likes You! Things and Humans in Art from Adolph Menzel to the Transatlantics“, in: s.o.

  • „Präsenz der Toten und Prozessualität der Zeichnung. Menzels Zeichnungen aus der Berliner Garnisongruft“, in: ALL-OVER 7, Herbst 2014, URL: http://allover-magazin.com/?p=1850.
  • Katalogeinträge zu Peter Coffin, Lara Favaretto, Francis Alÿs und Ceal Floyer im Ausstellungskatalog „Unendlicher Spaß“, hg. von Max Hollein und Matthias Ulrich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Nürnberg: Verlag für moderne Kunst, 2014.
  • [gemeinsam mit Juliane Duft] „Die Präsenz des Flüchtigen“, im Katalog „Dorthe Goeden. The first cut is the deepest“, hg. vom Kunstverein Gütersloh, Dortmund: Kettler, 2014.
  • „Bericht zum Künstlergespräch mit David Claerbout“, publiziert im Blog der Kunsthalle Mainz, 2013.
  • „Ein Tropfen für ein Halleluja. Rückblick auf das Treffen von Roman Signer und Hartmut Kaminski in der Kunsthalle Mainz“, publiziert auf Portal Kunstgeschichte und im Blog der Kunsthalle Mainz, 2013.
  • „The Others“, im Katalog „Paula Sippel: Santa Fe and others“, Nieder-Olm 2012.
  • Redaktion der Publikation „Playing the City 3“, herausgegeben von Max Hollein und Matthias Ulrich, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2011.
  • Mitarbeit an der kommentierten DVD-Edition „Ernst Jandl: Das Öffnen und Schließen des Mundes. Frankfurter Poetikvorlesungen“, herausgegeben von Johannes Ullmaier für die filmedition suhrkamp, 2010.

 

Workshops, Arbeitskreise, Kolloquien

  • Konzeption und Organisation des Kolloquiums der Nachwuchswissenschaftlerinnen der Abteilung Kunstgeschichte „Versuchsanordnungen. Kunst und Experiment“, gemeinsam mit Andrea Haarer, gefördert vom Zentrum für Qualitätssicherung, Johannes-Gutenberg Universität Mainz, November 2015.
  • Initiatorin des Arbeitskreises Literaturwissenschaft/ Kunstgeschichte, gemeinsam mit Dr. Gianna Zocco (Universität Wien), seit Juli 2015.
  • Konzeption und Organisation des Nachwuchsforums „Science Slam: Kommentare zum Wert der Kunst“ anlässlich des 33. Deutschen Kunsthistorikertages 2015, gemeinsam mit Regine Ehleiter und Andrea Haarer, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung, Johannes-Gutenberg Universität Mainz, März 2015.
  • Teilnahme am bilingualen Workshop „Les sciences humaines et sociales au musée: atelier de muséologie“, Paris (Deutsches Forum für Kunstgeschichte, CIERA, Centre Marc Bloch), Juni 2014.
  • Im Team des 80. Kunsthistorischen Studierendenkongresses (KSK) in Mainz, Mai 2011.